Bericht zur Umweltradtour Courage
Tour und Text von F.Jürgen Gensicke Informationen zum und Radtouren vom Autor

Auch in diesem Jahr gab es wieder eine Umweltradtour.
Nach Rostock-Bremen 1992, Auftakt 1993 und Grenzenloos 1994 folgte nun Courage im Jahr 1995.

"4 Tage Spaß und Aktion" sowie "250km Demo mit 1000 RadlerInnen" versprach eine Infobroschüre.
Organisiert wurde die Radtour von etwa 25 Jugendlichen von BUNDjugend, Naturschutzjugend, Greenpeace u.a..
Das hörte sich alles ganz toll an und so entschlossen sich Manfred R. und Jürgen Gensicke vom VCD Aachen die Radtour mitzumachen deren Erfahrungsbericht nun folgt:

Mit der Anmeldung bei der BUNDjugend stand fest, daß wir schon am Vortag, sprich Mittwoch, nach Bonn radeln wollten.
Auf einer Diashow zu COURAGE kristallisierte sich heraus, daß noch andere am Vortag Anreisen wollten.
Kurzer Hand nahmen wir die Organisation für "unsere" Sterntour nach Bonn an uns.

Wir legten die Route fest und koordinierten die Aachener Teilnehmer für die Route.
Da nicht alle morgens um 10:00 Uhr losfahren konnten, stellten wir 3 Gruppen zusammen:
Eine wie schon erwähnt um 10:00 Uhr, eine um 14:00 Uhr und die letzte um 17:00 Uhr.
Unserer Gruppe war die stärkste Gruppe mit 11 TeilnehmerInnen.
Die beiden anderen Gruppen waren jeweils zu viert.

Mittwoch morgens gab es dann noch um 10:15 Uhr einen Pressetermin auf dem Marktplatz, den es nicht zu verpassen galt.
Um 10:25 Uhr verließen wir den Markt in Richtung Haaren.
Manfred führte die Gruppe an und Jürgen bildete mit seiner Sanitätsausrüstung das Schlußlicht.
Schon schnell zeigte sich, daß mit einer solch "großen" Gruppe schwierig zu radeln ist, da jeder ein individuelles Pausenbedürfnis und Geschwindigkeit hat.
Unsere Route nach Bonn war stark an der ADFC-Route angelehnt und führt uns an stark befahren Straßen vorbei.
Kurz vor Eschweiler-Dürwiß gab es schon das erste Problem:
Einer unserer Teilis hatte dort eine Unfall mit einem jungen radfahrenden Mädchen.
Die Mutter und unser Teili einigten sich schnell auf einen Schadensersatz von 50DM zu Gunsten unseres Mitfahrers.
Dies war aber nur ein kleines Trostpflaster, denn unser Mann hatte sich eine Verletzung am Knie und einen Totalschaden am Fahrrad zugezogen.
Ein in der Nähe ansässiger Fahrradhändler hatte zum Glück ein Gebrauchtrad des gleichen Typs zu verkaufen.
Dies wurde sofort gekauft und beladen. Das defekte Rad wurde ausgeschlachtet und entsorgt. Auf ging es.
Hinter Langerwehe meldete sich unser holländischer Teili, daß sein Vorderrad stark wackeln würde.
Seine Diagnose erwies sich durch einen kurzen Blick als richtig. Das Lager des Vorderrads hatte auf einer Seite keine Kugel mehr!
Auf nach Düren um Ersatz zu beschaffen.

In Düren an einem Fahrradhändler angekommen wurde das Lager repariert, während sich unsere Teilis in einem in der Nähe gelegenen Park erholten.
Auf ging es, denn Bonn lag noch weit weg. Hinter Weilerswist ging es über die Hügelkette ins Rheintal.
Bei der steilen Abfahrt nach Rösbach stürzte unser holländischer Teili, weil bei seinem Fahrrad die Rücktrittbremse bzw. der Freilauf blockierte.
Der unter Schock stehende wurde von Jürgen erst einmal verarztet.
Es wurde wieder ein halbe Stunde Pause eingelegt, damit der Verletzte sich erst einmal beruhigen konnte.
Derweil wurde beratschlagt, wie jetzt fortgefahren werden sollte.
Wir entschieden uns, den Verletzten in einer Gaststätte abzusetzen und die Notrufnummer der Courage-Leitung anzurufen.
Der Rest der Radler machte sich nun wieder auf den Weg nach Bonn.
An der Turnhalle, nach 11 stündiger Fahrt, um 21:30 Uhr angekommen, war dort schon die Hölle los.
Und siehe da, die 17:00 Uhr-Gruppe war schon da (Nach dem Motto: die letzten werden die ersten sein).

Den ganzen Tag (wie auch die folgenden) hatten wir sonniges Wetter, obwohl der Wetterbericht Regen und Gewitter gemeldet hatte.
Unser verletzter Teili wurde später vom Begleitfahrzeug abgeholt, nochmals verarztet und konnte auch am nächsten Tag, mit einem anderen Rad, wieder mitradeln.

Am nächsten Tag ging dann die eigentliche Tour los.
Ab 10:00 Uhr sammelte sich die Gruppe auf einem Parkplatz in Bonn, um gegen 13:00Uhr in Richtung Köln mit 500 RadlerInnen zu starten.
Es herrschte eine sehr gute Stimmung bei sonnigem Wetter.
In Köln war die Domplatte als Treffpunkt angesagt.
Das muß man sich in etwa so vorstellen, daß fast die ganze Domplatte voller Fahrräder war.
Der Springbrunnen wurde kurzer Hand zum Freibad umgewitmet.
Nach einer Stunde Aufenthalt ging es dann über Düsseldorf nach Leverkusen, zu unserem ersten offiziellen Übernachtungsort.
Aus der angekündigten Autobahnfahrt sowie der Besetzung der Corneliustrasse in Düsseldorf wurde nichts, da die Genehmigungsbehörde uns die Demonstration verboten hatte.
Nach dem Abendessen wurde ein Sarg für die Trauerprozession vorbereitet, um dann gegen 23:00 Uhr zu einer Kreuzung zu starten, die einen Unfallbrennpunkt darstellt.
Hier sollte gegen die 27 Verkehrstoten pro Tag demonstriert werden.

Am nächsten morgen schien das Wetter gar nicht mitspielen zu wollen.
Es regnete aus Eimern. Doch nach dem Frühstück kurz vor der Abfahrt nach Essen hörte es auf zu regnen.
Zitat Manfred: "Wenn Engel reisen, kann nichts schiefgehen."
An diesem Tag war eine lange Strecke angesagt: 70km sollten es sein.
In einer solch großen Gruppe, inzwischen waren wir 700 Menschen, ist das kein Thema, da man nebeneinander fahren kann und sich mit seinen MitradlerInnen unterhalten kann.
Auf dieser Fahrt wurde dann auch zum ersten Mal die Laola-Welle eingeübt. Echt Klasse!

Nach dem Essen gab es ein Plenum, auf dem Kritik zu der Trauerprozession laut wurde.
Ebenfalls wurde uns von den Orgas mitgeteilt, daß eine Kreuzungsblockade für den nächsten Tag auch nicht genehmigt wurde.
Die Meinungen waren gespalten. Man einigte sich darauf, keine Aktion auf der Kreuzung zu planen.
Wenn sich aber spontan was ergibt wäre es aber auch nicht schlecht.

Und so war es dann auch; auf der Fahrt nach Dülmen (ebenfalls 70km) fand die Kundgebung zuerst wie verabredet in einer Seitenstraße statt.
Dann aber bildete sich eine Polonäse die zuerst im Kreis herum lief und dann Richtung Kreuzung trabte.
Die Aktion dauerte auch nur 10 min., so daß es auch von seiten der Polizei keine negative Kritik gab.
Weiter ging es nach Dülmen. Dort gab es nach dem Abendessen ein Carwalking-Workshop und anschließend eine Tanzgruppe und zwei Bands zum Abtanzen.

Der letzte Tag. Bis nach Münster war eine Strecke von 40 km zurückzulegen.
Am Vorabend wurde für diesen Tag ein Blockade an einem Autobahnkreuz gegen die Nicht-Genehmigung unserer Aktionen angekündigt.
Die Genehmigung für diese Aktion wurde ebenfalls abgelehnt.
Die örtliche Polizei wollte sie aber trotzdem dulden. So fuhren wir los.
Immer weiter, bis der ganzer Demonstrationszug anscheinend grundlos stoppte.
Die Orgas teilte uns mit, daß wir wohl schon an dem Autobahnkreuz vorbei gefahren sind!
Das Problem wurde kurz mit der Polizei geklärt und dann zum Kreuz zurück geradelt um dort die Kundgebung durchzuführen.
In Münster angekommen gab es noch einmal etwas zu essen und dann eine Abschlußkundgebung.
Die ersten TeilnehmerInnen reisten ab. Um 17:00 Uhr mußten die, die noch eine Nacht in Münster blieben und die, die mit dem Fahrradbus nach Hause gefahren wurden ihren Standort zur Turnhalle verlegen.
Hier wurde noch ein Abschlußplenum abgehalten (Schlußkritik).
Um 17:30 Uhr starten die ersten Radler mit dem Bus ins Ruhrgebiet und gegen 23:00 Uhr die Aachener, Kölner und Bonner.
Gegen 2:45 Uhr endete unsere Tour am alten Bushof in Aachen.

Wir hatten alle sehr viel Spaß.
Alle Altersgruppen waren vertreten, vom Baby bis zum Rentner.
Schade war nur, daß nach 4 Tage schon alles wieder vorbei war.
Zu erwähnen sei vielleicht auch noch, daß in Turnhallen übernachtet wurde, weil dort fast ausreichende Sanitäreinrichtungen zur Verfügung standen.
Ein Nachteil war allerdings, daß Schnarcher auf ihre Kosten kamen und durch deren Lärmbelästigung direkt hunderte Menschen betroffen waren.
Die Verpflegung war zum Großteil Vegan, dass heißt keine tierischen Produkte waren Bestandteil des Essens.
Gekocht wurde in riesigen Töpfen (1 Meter im Durchmesser und 1 Meter hoch) vom "Mampfmobil", einer holländischen Kochtruppe.
Wir sind nun alle auf nächstes Jahr gespannt, ob wieder eine solche Tour angeboten wird.

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