Zelten - Freiheit auf Campingplätzen?

Einleitung

Das Zelten auf einem Campingplatz nicht immer Urlaub und Erholung bedeutet, soll dieser Artikel beleuchten. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Camper sowohl die Bedürfnisse andere berücksichtigen, als auch eine gewisse Toleranz gegenüber andere Camper aufbringen müssen.

Camping ist beliebt

Fast alle Bevölkerungsschichten nutzen Campingplätze zur Übernachtung an Wochenenden oder im Urlaub um sich vom Alltag zu erholen.

Erholen?

Genau das ist die Fragen, um die es in diesem Artikel geht.
Beleuchtet man die Camper etwas näher, so gibt es Nutzer-Klassen, manche würden auch Schubladen sagen.

Da sind zuerst die Dauercamper.

Sie haben einen fest installierten Wohnwagen mit abgegrenzter Parzelle.
Hübsch mit Gartenzwergen und Blumen verzierte Vorgärten vor dem Vorzelt des Caravans.
Sie sind an Wochenenden sowie in den großen Ferien dort immer zu finden.
Vom Typ her eher resolut verschlossen. Meist auch gehobenen Alters.
Spätestens um 22:30Uhr ist Nachtruhe angesagt - der Ordnung halber.

Die nächste Klasse sind die Urlaubs-Zeltcamper.

Sie fahren mit Ihrem Auto bis vor das Zelt.
Das Zelt ist meist ein Hauszelt oder das andere Extrem ein "Billig-Iglo-Baumarkt-Kuppelzelt".
Sie verweilen über ein/zwei Wochen auf dieser Stelle.
Verhalten sich zumeist sozial und pflegen Kontakte mit den Zeltnachbarn.

Eine weitere Klasse sind die Nomaden.

Solche, wie wir, die von Ort zu Ort mit dem Fahrrad reisen und jeweils nur eine Nacht bleiben.
Offene ansprechbare Typen die meist von der Tagesanstrengung geschafft sind und ihre Ruhe haben wollen.
Da sie selbst Nachts schlafen wollen, verhalten sie sich ebenfalls ruhig.

Die aller letzte Klasse ist die "Ich-habe-Urlaub-und-will-auf-jedem-Fall-meinen-Spaß" - Klasse.

Diese Egomanen übernachten höchstens zwei Nächte.
Diese systematische Verhaltensweise folgt aus zwei Gründen:
1. nach zwei Nächten fliegen Sie vom Platz oder
2. nach zwei Nächten haben sie sich mit allen Zeltnachbarn so verkracht, dass sie freiwillig flüchten.
Meist treten sie in Gruppen zu 5-10 Leuten auf.
Es sind aber auch schon Gruppen zu zweit in dieser Klasse gesichtet worden.
Sie kennen und machen alles, um ihre persönliche Freiheit voll ausschöpfen zu können und sich natürlich damit mit seinen Zeltnachbarn zu verkrachen.
So zum Beispiel:

  • Gitarre spielen.
    Am besten und romantischsten spielt und singt es sich eh im Dunkeln bei Kerzenschein.
  • Spät am Campingplatz ankommen (21:00Uhr und später).
    Das ist die beste Zeit, um für die nächsten zwei Stunden von allen Nachbarn die volle Aufmerksamkeit zu erlangen.
  • Luftmatrazen aufpusten.
    Anstatt Hochtechnologie, wie selbstaufblasbare Isomatte zu verwenden, bringen sie bettähnliche Luftmatrazen mit. Deren Luftvolumen ist so groß, dass sie etwa eine Stunde pro Matraze brauchen, um sie mit dem Blasebalg geräuchintensiv zu befüllen.
  • Gespräche und Sex.
    Man muß es ihnen ja eigentlich verzeihen. Woher sollen sie es ja auch wissen, dass an jedem Campingplatz das gleiche akustische Gesetz gilt, das man durch das Zelt jedes Flüstern o.ä. hört.
    Anderseits gilt das auch umgekehrt, so das man deren Spaß auch gut kommentieren kann, worauf dann allerdings sofort Ruhe einkehrt.
  • Süd-Europäer.
    Ich möchte hier nicht die EU zerschlagen. Aber nicht nur ich habe die Erfahrung gemacht, dass gerade der Typ von Stiefelbewohner ein besonderes Extrem dieser Klasse ist.
    Er kennt alle Tricks und Kniffe seine Nachbarn tagsüber und bis tief in die Nacht hinein zu unterhalten.
  • Grillen.
    Natürlich gehört zum Campen auch Grillen. Die anderen sollen ja auch bitte schön mitbekommen, dass man Urlaub auf dem Zeltplatz macht. Darum stellen sie die Rauchstätten auch etwas abseits ihres Zeltes, aber in Riechweite des Nachbarn, auf.
    Unter großem Getose wird pünktlich eine viertel Stunde vor dem Essen versucht den Grill in Funktion zu bringen. Nachdem die anderen dann nach einer weiteren Stunde schon einmal Salat und Brot vertilgt haben, wird dann pünktlich zu den Mitternachtsglocken das Grillgut gegessen.

Es gibt aber auch die schönen Seiten des Zeltens - nämlich das Beobachten anderer - man könnte auch Spannen sagen.
Ja, warum fahren Sie denn sonst auf einen Campingplatz?

Zum Beispiel:
Sie liegen oder Sitzen vor oder an Ihrem Zelt. Es fährt ein junges Pärchen vor und macht den Kofferaum auf.
Sie holen ein nagelneues ungeöffentes Zelt (meist der Marke "Billig-Iglo-Baumarkt-Kuppelzelt") heraus.
Das ist nun der Zeitpunkt, eine Flasche Bier oder Wein zu öffnen und sich entspannt zurück zu legen und das Leben zu geniessen.
Wenn man Pech hat, sind alle Teile in der Verpackung, die zum Aufbau des Zelts notwendig sind. Das veringert natürlich den Spaßfaktor.
Aber auch wenn alles dabei ist, werden die Beiden eine der besten Kommedieshow abziehen, die Sie je gesehen haben. Michael Mittermaier würde verblassen.
Nachdem die ersten Bodennägel krumm geschlagen sind und die Kuppel fast steht, wird das Überzelt drüber geworfen. Dann mit aller Gewalt die Abspannseile im Boden verankert.
Man könnte meinen, es kommt ein Sturm auf. Dabei wird das Gestänge so stark herunter gezogen, dass sich das Gestänge verdreht. Die Folge daraus ist, dass das Zelt völlig instabil wird.
Morgen reisen Sie bestimmt wieder ab. Dann wird eine weitere Flasche Bier oder Wein fällig!

Achten Sie bitte mal beim nächsten Campingurlaub darauf. Sie werden es so oder so ähnlich selbst erleben!

Wie man ein Zelt richtig aufstellt, zeigt der Artikel Wie stelle ich ein Zelt auf?

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